Auf Einladung der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft e.V., mit der wir seit mehreren Jahren erfolgreich zusammenarbeiten, hatten wir die Gelegenheit, vom 6.-9. Juni 2017 die Europäische Union in Brüssel zu erleben. Thematischer Schwerpunkt der Reise war die EU-Handelspolitik.
Unsere Gruppe bestand aus 15 Personen verschiedener Altersgruppen, vom Politikstudent bis zur Krankenschwester, vom Mitarbeiter der Agentur für Arbeit bis zum Lehrer oder Pensionär. Unser Programm war sehr umfangreich und vielfältig.
Anlass der Studienreise war die Teilnahme an den European Development Days 2017 in Brüssel mit zahlreichen Podiumsdiskussionen und Informationsständen. Hier wurde mehr als deutlich, dass europäischer Handel und EU-Projekte längst globale Ausmaße angenommen haben.
Wir besuchten die Europäische Kommission, die Exekutive der Europäischen Union, und diskutierten mit Experten aktuelle Fragen der EU-Handelspolitik und der Migrationspolitik.
In der Landesvertretung Brandenburgs in Brüssel zeigte uns dessen Leiter Dr. Wenig auf, welche Aufgaben die Vertretungen der einzelnen Bundesländer vor Ort haben und wie wichtig es ist, dass sie auch vor Ort agieren können. Wir hörten, dass es neben den Landesvertretungen über 300 regionale Vertretungen gibt, die aufgrund ähnlicher Probleme auch überregional kooperieren, und zwar EU-weit. So hat Brandenburg als Flächenland mit strukturschwachen Wirtschaftsgebieten nicht nur Gemeinsamkeiten mit Mecklenburg-Vorpommern sondern auch mit einigen Regionen in Frankreich, Belgien oder Polen.
Wir diskutierten Fragen der europäischen Handelspolitik, Handelsabkommen wie TTIP und CETA und deren globale Auswirkungen mit zwei Parlamentariern, Herrn Joachim Schuster (Sozialdemokrat) und Frau Maria Heubuch (Grüne). Interessiert folgten wir auch den Argumenten des Vertreters einer NGO (Non-Government Organisation) Fabian Flues von Friends of the Earth Europe und den Ausführungen eines Mitarbeiters der Handelskammer (DIHK), Herrn Klemens Kober.
Wir erfuhren über die besondere Rolle der 36000 Lobbyisten, die gut finanziert durch ihre Unternehmen, deren Interessen in Europa vertreten.
Höhepunkt der Reise war der Besuch des Europäischen Parlaments im Europaviertel der Stadt. Dort trafen wir uns mit dem Europaabgeordneten Helmut Scholz (LINKE), auf dessen Einladung die Fachstudienreise organisiert werden konnte.
Herr Scholz gab uns Einblick in seinen politischen Alltag als europäischer Parlamentarier. Beindruckt haben uns dabei das breite Spektrum seiner Tätigkeitsfelder und Aufgaben sowie seine Kompetenz bei der Beantwortung unserer Fragen.
Abschließend hatten wir Gelegenheit, das am 6. Mai 2017 eröffnete Haus der europäischen Geschichte zu besuchen und machten eine Zeitreise durch die europäische Entwicklung.
Unser Dank gilt Frau Ines Friedrich und Herrn Arndt Sandig von Europe Direct, die uns die Chance boten, einen Einblick in die Welt der Europäischen Union zu bekommen.
Wir hoffen, dass weitere Kollegen und Auszubildende an künftigen Studienreisen nach Brüssel teilnehmen können.
Gabriele Fink, Katrin Brunschweiger (Lehrerinnen des OSZ 2 Potsdam)

