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Exkursion in die JVA-Tegel

Am 11.07.2017 durften wir, die angehenden Rechtsanwaltsfachangestellten der Klasse 2151, uns einen kleinen Einblick in die Justizvollzugsanstalt Tegel verschaffen.

Pünktlich um 9:00 Uhr trafen wir uns mit dem Vollzugsdienstleiter (VDL) der Teilanstalt 2 vor den Toren der JVA. Nach einer kurzen Begrüßung ging es hinein in eine der größten Justizvollzugsanstalten Deutschlands mit ca. 900 Inhaftierten.

Die JVA Tegel besteht insbesondere aus sieben verschiedenen Teilanstalten, darunter „normale“ Hafthäuser, zwei sozialtherapeutische Anstalten sowie ein Haus für Sicherheitsverwahrte. Darüber hinaus gibt es eine Schule, eine Großküche, ein technisches Versorgungszentrum und diverse weitere Werkstätten und Arbeitsbetriebe. Hier können Inhaftierte an ihrem Leben nach dem Gefängnis arbeiten. Es besteht die Möglichkeit den einfachen Schulabschluss, das Abitur, eine Berufsausbildung oder gar ein Studium zu absolvieren.

Wir besichtigten die leerstehenden Teilanstalten 1 und 3, welche aufgrund ihrer engen Raumverhältnisse nicht mehr für eine menschenwürdige Unterbringung geeignet sind und in nächster Zukunft abgerissen bzw. saniert werden sollen. Dem Gefangenen steht nach höchst richterlicher Rechtsprechung eine Zellengröße von 7,5 qm zu.

Was haben wir  erfahren, was hat uns beeindruckt?
 

·         In der JVA Tegel sind derzeit bis zu 900 Inhaftierte verschiedenster Kulturen, Religionen und Nationalitäten untergebracht. Diese werden von ca. 600 Bediensteten rund um die Uhr betreut, darunter sind Sozialarbeiter, Seelsorger, Werkmeister, Lehrer und natürlich Vollzugsbeamte, sowie diverse externe Mitarbeiter.

·         Die JVA Tegel ist weitestgehend autark und kann sich durch die eigene Küche und Arbeitsbetriebe sowie einem Minikraftwerk am Laufen halten, ähnlich einer Kleinstadt.

·         Die Gefangenen können sich in ihren Unterbringungsbereichen tagsüber überwiegend „frei“ bewegen.

·         Die Bediensteten bewegen sich unbewaffnet zwischen den Inhaftierten, die in der Regel deliktunabhängig untergebracht werden. Überspitzt gesagt: Hier sitzt der Mörder neben dem Schwarzfahrer.

 

Wir bedanken uns auf diesem Wege noch einmal, dass wir die Chance hatten einen Einblick in das Leben des Strafvollzuges zu bekommen, der uns ansonsten nur in der schulischen Theorie vermittelt wird.

 

Klasse 2151