Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Juniorwahl 2014 – das OSZ II Potsdam war dabei

In Vorbereitung auf die Landtagswahl am 14.09.2014 beteiligte sich unser OSZ II an einem ganz besonderen Projekt: der Juniorwahl. Hierbei hatten Auszubildende und Schüler in der Zeit  vom 25.08. bis 12.09.2014 die Möglichkeit, den Ablauf einer Wahl real zu erleben.

Im Vorfeld wurden sie im Fach WISO mit den Themen Demokratie und Wahlen vertraut gemacht. Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur politischen Sozialisation im Sinne unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung zu leisten. Bereits seit 1999 wird dieses Projekt bundesweit parallel zu Europa- sowie zu Landtags- und Bundestagswahlen durchgeführt, mittlerweile haben über eine Million Schüler der weiterführenden Schulen, das heißt ab der 7. Klasse, daran teilgenommen.

Doch wie haben die Auszubildenden und Schüler unserer Schule gewählt? Die Auszählung ergab keine große Überraschung gegenüber den Ergebnissen der eigentlichen Landtagswahl vom 14.09.2014. Über 1 000 Wahlberechtigte gaben ihre Stimmen ab, davon entschieden sich 26 % für die SPD, knapp dahinter lag die CDU mit einem Anteil von 24 %, während die Linke und die Grünen jeweils 10 % der Stimmen erreichten. Für die AfD stimmten 11 % der Wähler und 9 % wählten die Piratenpartei. Die verbleibenden Parteien und Bürgervereinigungen überwanden auch hier nicht die 5-%-Hürde.

Im Zusammenhang mit dem Projekt haben einige Klassen darüber diskutiert, ob das Wahlrecht ab 16 sinnvoll ist. In Leserbriefen stellten die Auszubildenden dazu ihre Ansichten dar. 

 

S. Schlanke, E. Karstedt

 

 

Leserbriefe

Wahlrecht mit 16 Jahren

 

Dieses Jahr im September haben 16-Jährige das erste Mal das Recht, ihre Stimme bei den Landtagswahlen in Brandenburg abzugeben.

Ich bin der Meinung, dass es nicht ratsam ist, dass 16-Jährige ein Wahlrecht auf dieser Ebene haben. Meiner Meinung nach sind Jugendliche noch viel zu sehr beeinflussbar, als dass sie wirklich wissen, warum sie welcher Partei ihre Stimme geben sollten. Wenn sie z.B. ein Wahlplakat sehen auf dem ein lustiger bzw. gut gereimter Spruch steht (z.B. „ist der Ali kriminell, in die Heimat aber schnell“ von der NPD) merken sie sich diesen viel schneller als ein Gesicht von irgendeiner Politikerin (z.B. Elisabeth Alter). Dieser Spruch bleibt im Gedächtnis und da ist es egal, wofür die Partei eintritt. Des Weiteren besteht auch gar kein Interesse daran, sich vor den Computer zu setzen und die Parteiprogramme zu lesen, da ist es doch viel wichtiger zu gucken, ob Freunde auf „Facebook“ eine Nachricht hinterlassen haben.

Ich finde, dass Jugendliche besser darauf eingestimmt bzw. vorbereitet werden sollten, wie z.B. bei der Juniorwahl in den Schulen. Da fangen sie vielleicht eher an, darüber nachzudenken und auch mit Freunden über Politik zu reden. Das Wahlrecht mit 18 Jahren reicht vollkommen aus.

 

K. Arnold

 

 

Am 15. Dezember 2011 beschloss der Brandenburger Landtag die Herabsetzung des Erstwahlalters von 18 auf 16 Jahre. Auch wenn es nur die Wahlen zum Landtag, der Gemeindevertretungen sowie von Bürgermeistern und Landräten betrifft, bin ich skeptisch, ob unsere Jugend sich ihrer Verantwortung bewusst ist.

16 Jahre, ein Alter in dem sich Jugendliche erst einmal selbst finden müssen. Viele haben noch nicht die Pubertät hinter sich gelassen. Alles ist interessanter als die Politik.

Es ist ein Alter, in dem die Jugend noch rebelliert nur um des Widerspruchs, da zählen keine Argumente.

Was mich weiterhin skeptisch macht ist, dass Jugendliche sehr empfänglich für kurze, kräftige Schlagwörter sind. Meist wissen die Jugendlichen nicht viel von den Wahlprogrammen. Steht aber z.B. auf einem Wahlplakat „Mehr Geld für Oma statt für Sinti und Roma!“, frag ich mich, ob ein Sechzehnjähriger da lange nachdenkt.

Welcher Jugendliche befasst sich heute schon mit Rentenbeiträgen, Elterngeld oder dem Mautprogramm?

Es steht das Abitur an, der Führerschein, die erste große Liebe oder auch schon die Ausbildung bzw. die Suche nach einem Studienplatz.

Die größte Gefahr sehe ich allerdings in den sogenannten Joke-Stimmen, welche nur aus Spaß oder um die Eltern zu ärgern abgegeben werden.

Auch wenn viele Jugendliche die nötige Reife mitbringen, so sollten sie doch erst einmal begreifen, was es bedeutet mitzubestimmen, wer uns regiert.

Im Gegenteil, ich wäre sogar wieder für eine Hochsetzung des Erstwahlalters auf 21 Jahre. Denn nicht weil man ab 18 Jahren heiraten, Autofahren oder in das Solarium gehen darf, bedeutet dies, dass auch das nötige Politikverständnis und eine entsprechende Ernsthaftigkeit dahinter stehen.

Also wählen ab 16 Jahren – NEIN!

 

J. Kusch

 

 

Am 14. September 2014 finden im Land Brandenburg die Landtagswahlen statt und es dürfen zum ersten Mal die 16-jährigen Jugendlichen wählen. Die Frage, die sich dabei stellt, ist, ob dies wirklich sinnvoll ist.

Ich bin mir da unschlüssig. Auf der einen Seite ist das für politisch interessierte Jugendliche eine gute Chance, aktiv am Wahlgeschehen teilzunehmen. Es gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Partei mit ihrer Stimme zu unterstützen. Außerdem könnte die Wahlbeteiligung ab 16 in einigen Jugendlichen das politische Interesse erstmals wecken bzw. sie dazu animieren, sich mit dem Thema Politik auseinanderzusetzen.

Andererseits bin ich mir nicht ganz sicher, ob sich der damit verbundene Aufwand wirklich lohnt. Die Zahl der Wahlberechtigten wird nur um einen geringen Prozentsatz steigen und auf die allgemeine Wahlbeteiligung wird dies auch keine nennenswerte Auswirkung haben.

Viele Jugendliche werden sich indem Alter noch nicht so sehr mit Politik beschäftigen, aber das ist bei den Erwachsenen nicht anders. Es hat dabei aus meiner Sicht weniger mit dem Alter als mit der persönlichen Einstellung zu tun. Auch 16-jährige Jugendliche sind durchaus in der Lage, sich eine Meinung zu bilden.

Für mich gibt es deswegen keine klare Antwort auf die Frage, ob es richtig ist, 16-Jährige wählen zu lassen.

 

B. Grothe

Foto: Holger Lang / pixelio.de